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Der Heimatkundliche Verein Warndt stellt sein Neustes Buch vor.
Neuerscheinung im Mai 2011.

De Wendel, eine Epoche im Warndt - Geschichte einer Industriellendynastie

Ein neuer Band der Reihe zur Industriekultur liegt beim Heimatkundlichen Verein Warndt jetzt vor, mit einem Thema, das seine Fortsetzung finden wird. Erstaunlich ist, welche natürliche Attraktivität der Warndt für die Erzeugung des Eisens hatte: Etliche Unternehmer, zum Teil aus dem heutigen Belgien stammend (Gouvy aus der Wallonie), hatten hier ihre Technologien zur Eisen- und Stahlgewinnung eingeführt oder hier wie de Wendel, Offiziersfamilie aus Koblenz kommend, aber aus Brügge stammend, mit dem Aufbau begonnen und neue Verfahren erprobt.
Sie sind Vertreter einer Reihe so genannter Stahlbarone, die sich mit Financiers und Ingenieuren - u.a. de Gargan, von der napoleonischen Eisenhütten- und Bergbauakademie in Geislautern - verbanden.
 
Der Verfasser Daniel DEUTSCH aus Petite-Rosselle konnte, dank seiner persönlich guten Kontakte zu den Nachfahren jener de Wendel, aus besten Quellen schöpfen, um auch die Hintergründe der industriellen Geschichte des Warndts bezüglich dieser Unternehmerfamilie in diesem Buch darzustellen.
 
  Vielleicht ist dieser Industriellendynastie damit erstmalig ein eigenes Buch in deutscher Sprache gewidmet,
  jedenfalls beleuchtet es als einziges die industrielle Entwicklung des Warndts in Verbindung mit dem Aufstieg
  des Unternehmens de Wendel seit dem 18. Jahrhundert.

Wie weit reichen die Wurzeln der de Wendel im Warndt?
Die de Wendel sind eine seit Ignace, dem Pionier von Le Creusot, dem Goethe in Ilmenau begegnete, unter Ludwig XV. geadelte Industriellenfamilie. Wie ähnliche andere Familien aus dem unternehmerischen Bürgertum hervorgegangen, traten sie schon im 18. Jahrhundert als wahre Pioniere der Eisenerzverhüttung auf. Sie nutzten die Gunst der Zeit, die technologisches Experimentieren, Risikofreude und den Wettlauf um die modernsten Verfahren belohnen sollte. Ihre Verbindung mit dem Warndt kann nicht oft genug betont werden. Ihre Biografie spiegelt über 250 Jahre Industriegeschichte des Warndts.
Die erste Warndt-Hütte betrieben sie in Creutzwald (1758). In der Nähe befindet sich der Wendelhof oder Glockenhof (ferme aux cloches) aus dem ehemaligen Besitz der Familie, eine ursprüngliche Walddomäne zur Versorgung der Creutzwalder Hochöfen mit Holzkohle.

Wo gibt es Spuren alter Industrien und damit verbundener früherer Lebensformen?
Vor allem im lothringischen Warndt sind insbesondere im 19. Jahrhundert so viele Bereiche des täglichen Lebens durch die Aktivitäten de Wendels, ebenso der Barone de Gargan und des Barons Seillière geprägt worden, dass ihre Spuren selbst nach Ende dieser Epoche nach etlichen Jahrzehnten immer noch sichtbar sein müssen.
Sie können in einem Parcours durch diese Zeit an einigen gut illustrierten Punkten verfolgt werden, seien es charakteristische Industrie- und Eisenbahnanlagen oder etliche Werkssiedlungen für Arbeiter und Angestellte des Unternehmens neben ihren Sozialeinrichtungen, aber auch Kirchenbauprojekte dieser Zeit, die ohne die de Wendel nicht so realisiert worden wären.

Worin besteht die Verbindung von Wirtschaftsgeschichte und Grenzgeschichte im Warndt?
In unserem durch vielfach veränderte Staatsgrenzen und vom Einfluss benachbarter Kulturen gekennzeichneten Raum ist besonders sichtbar geworden, wie räumlich und zeitlich begrenzt technische Erneuerungen waren und sind. Wie kam es direkt an der Grenze, in Schöneck zur ersten Exploration lothringischer Kohle? Wieso brachte das Ende des Zweiten Weltkriegs einen Einschnitt in die Bergbaugeschichte der Region, mithin zum raschen Ende der Ära de Wendel? Territoriale Teilungen von Versorgungs- und Absatzgebieten durch Kriege, die Verschiebung von Grenzen oder aber Wirtschaftskrisen konnten die de Wendel zunächst noch nicht aufhalten. Einwanderungen aus Süd- und Ostmitteleuropa und Nordafrika prägten die jüngste Phase.
Neben den Zentren an Orne und Fensch in der Eisen- und Stahlerzeugung stand immer wieder der lothringische Warndt, in seiner Verbindung zum Saarrevier, nach 1900 vor allem als Zentrum der Energiegewinnung für die de Wendel’sche Schwerindustrie.
Diese erlebte den klassischen Aufschwung durch die Einführung des seinerzeit modernsten Verkehrsmittels, eben der Eisenbahn, mit der eine Produktionsstätte de Wendels im Warndt ihren Ursprung verknüpfte, Stiring-Wendel. Zusammen mit der Kohlenindustrie von Petite-Rosselle schließt sich hier die Entwicklung zur Schwerindustrie im heutigen Sinn an.

Schicksal einer Region, Schicksale einer Familie?
Gezeigt wird aber nicht nur ein Teil der Wirtschaftsgeschichte, sondern auch die Lebensgeschichte einer Familie von Industriellen. Die de Wendel hatten gerade im 19. Jahrhundert ein Leben zu meistern, dessen soziale und politische Wechselfälle familiäre Schicksale in besonderer Weise prägten, nicht nur der anwachsenden Schicht der Arbeiter, sondern auch die der Unternehmer.
Die soziale Frage trat ja in dieser Zeit hervor, und die de Wendel versuchten, sie mit ihren religiösen und politischen Überzeugungen zu beantworten.


 PDF mit Informationen zu diesem Buch  De Wendel - eine Epoche im Warndt.
Geschichte einer Industriellendynastie

 
 
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Sachgebiete:
 
 
 
 
 
 
 
Quellendokumentation:
 
 
 
Kapitelübersicht:

256 Seiten, Farbdruck
 
29,50 Euro
 
Heimatkundlicher Verein Warndt e.V. 2011
 
Daniel Deutsch
 
978-3-9809990-7-6
 
Genealogie von führenden Persönlichkeiten in der Industriegeschichte von Saarlorlux
wechselseitige Beziehungen der deutschen und französischen Montanindustrie
insbesondere des 19. Jahrhunderts, gesellschaftliche Milieus im industriellen Kontext
insbesondere des 19. Jahrhunderts, Fülle unveröffentlichter regionalgeschichtlicher
Fakten, basierend auf Materialien aus privaten Archiven, interessant für Bildungsein-
richtungen, Bibliotheken und Archive im lothringisch-saarländischen Grenzgebiet und
darüber hinaus.
 
Daniel Deutsch
22 rue de la Vieille Verrerie
F-57540 Petite-Rosselle
 
• Start und Ursprung der lothringischen Eisenindustrie in Hayange mit Jean-Martin Wendel
 
• Die Verbindung der Familie mit Ostlothringen und dem Warndt
Charles I. de Wendel (1708-1784). François-Ignace (1741-1795). Die Erste "Dame d’Hayange" Marguerite d’Hausen (1720-1802). Das Unternehmen de Wendel ersteht wieder neu: François I de Wendel. Joséphine de Fischer de Dicourt - zweite "Dame d’Hayange". Théodore I. de Gargan: vom warndt zum lothringischen Erzbecken. Familiäre Herkunft und gesellschaftliche Stellung. Technische Ausbildung. Seine Berufung zu dem Projekt bergbaulicher Sondierungen. Übersicht über die Familie. Ein dynamischer Industrieller. Die Entstehung der Eisenwerke in der Gegend um Forbach. Die Grubengesellschaft von Schoeneck(en).
 
• Charles II. de Wendel (1809-1870)
Die Eisenhütte Stiring-Wendel. Charles de Wendel und die Politik. Abgang eines großen Industriellen.
 
• Théodore II. de Gargan (1827-1889)
Erwerb der Domaine de Bétange. Das Leben in Bétange. Ein Firmenchef im 19. Jahrhundert. Die Kohleförderung und der Handel mit Steinkohle. Die Grubenbahnen. Der Garganschacht. Die Wertpapiere des Barons. Gesellschaft und Moral in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das soziale- und karitative lebenswerk des Théodore de Gargan. Das karitative Werk der Baronin de Gargan. Zuwendungen zum Bau von Kirchen. Von einer Erbfolge zur nächsten. Der Firmenchef und der Mensch Théodore de Gargan. "Fehltritt und Sühne".
 
• Neue Grenze - neue Strategien
Der Krieg 1870/1871 und seine Folgen für das Haus de Wendel. Die rasche Zunahme der Herkunftsorte der Rohstoffe. Es waren drei Brüder.
 
• Die Nachkriegszeit der 1920er Jahre
Aufbaujahre: Die de Wendel rüsten nach, in Hayange wie auch in Petite-Rosselle. François II. de Wendel(1874-1949).
 
• Baron Jean Seillière, ein weiteres Mitglied des Hauses de Wendel
Eine alte lothringische Familie. Jean Seillière wird mit seiner Familie im lothringischen Kohlebecken ansässig. Wirkungsbereich des Barons Jean Seillière in Petite-Rosselle. Das Geschäft mit der Kohle. Politische Einschnitte. Das Familienleben des Jean Seillière in Forbach und Petite-Rosselle. Sozialkaritatives Wirken. Jean Seillière im Krieg. Die Gruben in den Kriegswirren. Evakuierung der Bevölkerung. Die Gruben unter der Besatzung. Jean Seillière wieder auf der Bühne der Öffentlichkeit. Verstaatlichung der Gruben, Ende einer Ära.
 
• Einige bedeutende Persönlichkeiten
 
• Ende der Ära de Wendel in Lothringen
 
• Mit der Kohle in die Zukunft: Zuwandernde Arbeiter in Petite-Rosselle
 

Interessante Internetseiten zum Thema:
 
 
Im Jahre 1862 von der Unternehmerfamilie de Wendel
gegründet, ist das Carreau Wendel ältester und außer-
gewöhnlichster Zeuge der Kohleförderung in Lothringen.
Die Schachtanlage, in der einst mehr als 5000 Menschen
arbeiteten, war bis 1986 in Betrieb und ist heute für
Besucher als Industriemuseum zugänglich.
 
LA MINE

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag · 10:00 - 18:00 Uhr
Anmeldung und Reservierung: Tel. 0 03 33 87 87 08 54



de Informationen in deutscher Sprache auf der Seite
 
Interessengemeinschaft Warndt und Rosseltalbahn e. V.
 
  Beiträge:
- Bergwerksmuseum Carreau Wendel
- Die Kohlegruben in Petite-Rosselle
- Der alte Schacht St. Charles
- Die Rue de l’Eglise in Petite-Rosselle
- Die ehemalige Glashütte in Petite-Rosselle
 

fr Informationen in französischer Sprache
 
Les puits miniers du bassin houiller lorrain
 
Charbonnages de France
 
 
ÉCOMUSÉE MINES DE FER LORRAINE
Situé dans le nord de la Moselle, entre Metz et la frontière luxembourgeoise,
l’Ecomusée des mines de fer est composé de 2 musées qui présentent de
façon complémentaire l’histoire de l’extraction du minerai de fer en Lorraine.
Il vous propose par le biais de visites guidées de découvrir l’aventure humaine
des gueules jaunes et de l’extraction de la minette Lorraine.
 
· Musée des mines de fer d’Aumetz
 
· Musée des mines de fer de Neufchef
 
musee-mines-de-fer-lorraine
 
Tel : 03 82 85 76 55
fax : 03 82 84 45 10
e-mail : musee.des.mines@orange.fr
e-mail : musees.des.mines@wanadoo.fr
www.musee-minesdefer-lorraine.com
Contact Presse : Antoine Bach
Restaurant : Tel : 03 82 84 74 37
 
Informations-Documents:  ZIP-File ecomusee (632 KB)
 
 
  
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