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Nach der Ankunft der Adts

Zur Zeit Napoleons III. zählt die Stadt etwa 4000 Einwohner. 1853 ist das Jahr des Anstichs des ersten Hochofens in Stiring-Wendel. Am 30. Juni wird die erste Steinkohle auf Schacht St. Charles in Petite Rosselle gefördert und im Geleit der Bergleute zum Stiringer Eisenwerk gekarrt. Die Jahresleistung von St. Charles beläuft sich 1857 auf 8000 t. Der Streckenabschnitt St. Avold-Forbach der neuen Eisenbahn (Metz-Sbr.) wird am 16. November 1851 übergeben, die Grenze nach Saarbrücken am 15.11.1852 erreicht. Vier Jahre später dient der Bahnhof Forbach als Empfangsgebäude für den Besuch des französischen Kaisers Napoleon III. in Begleitung des künftigen deutschen Kaisers Wilhelm I. und des Prinzregenten von Bayern.

Weit entfernt von dem düsteren Gemälde, das Chateaubriand (der franz. Dichter und Diplomat) 20 Jahre zuvor bei seiner Durchreise 1833 in Forbach entwarf, bei seiner Rückkehr aus Prag, nach einer Begegnung mit Karl X. in dessen Exil. "Beim Passieren der Grenze zwischen Saarbrücken und Forbach zeigte sich mir kein heiteres, strahlendes Frankreich. Als erster war es ein Krüppel ohne Beine, dann ein Mann, der auf Knien und Händen kroch, die Beine wie zwei leblose, schwarze Schlangen hinter sich herziehend. Später tauchten auf einem Karren zwei alte Frauen auf, geschwärzt, gefurcht, Vorhut französischer Frauen. Man hätte schnurstracks zur preußischen Armee überlaufen können!"

Der Schlossberg (Forbach) ist noch immer das grüne Hügelchen. Auf die Entdeckung des 1635 zerstörten ehemaligen Schlosses und die Gustav Adt zu verdankende Errichtung des Burgturmes wird man noch etwa 40 Jahre warten müssen. Schon seit 10 Jahren verfügt Forbach über eine neue Mairie, 1843 am heutigen Place du Marché erbaut. Das Rathausgebäude (Hôtel de Ville) wird von zwei Flügeln flankiert, in denen die 1846 fertiggestellten Schulen für Jungen und für Mädchen untergebracht sind. Barrabino ist der Name des Bürgermeisters. Seit 1842 ist das Hospiz Bauer mit 16 Betten für gebrechliche Alte eingerichtet.

Forbach bietet noch gut erhaltene Zeugnisse der alten Festungsmauer, einen Turm von quadratischem Grundriss mit Schießscharten sowie das Schloss Stralenheim, das spätere Wohneigentum des ehemaligen Bürgermeisters Barrabino. Wie ein unbekannter, von Wilmin zitierter Verfasser formulierte: "Seit dieses Jahrhundert begonnen hat, dehnt sich Forbach immer weiter aus, täglich wachsen neue schöne Gebäude heran."

Forbach, Kantonalhauptstadt, hat einen Friedensrichter mit Amtssitz im neuen geräumigen Stadthaus. Es gibt ein Postamt in der Stadt, eine Pferde-Relaisstation, eine Gendarmerie- und eine Zollbrigade, ein Steueramt und eine Feuerwehr. Mehrere Häuser sind mit der Emigration über Le Havre beschäftigt.

Stiring wird 1857 zusammen mit Verrerie-Sophie von Forbach unabhängig. Mit seinen drei anhängenden Gemeinden wird Forbach noch im selben Jahr 6620 Einwohner zählen, darunter 1086 Deutsche und 147 Belgier und Schweizer.

Da gibt es noch die Familie Couturier, die aus Neunkirchen (Saar) stammt und die in der nachnapoleonischen Zeit (Restauration) nach Forbach gelangt ist. Sie hatte die Ziegelei de la Melpoule, früheres Eigentum der Comtesse de Forbach, erworben. 1828 hatten die Couturiers in der Stadt, in der rue Royale, eine Fabrik für Flaschen- und Scheibenglas gegründet (aber um 1839 wieder verkauft). In der Zwischenzeit hatten sie eine gutgehende große Ziegelei betrieben, die im Jahr 1854 die erste Dampfmaschine in der Region Forbach zum Einsatz brachte. Dies also ist die Lage in Forbach und Umgebung, als die Adts in unserer Stadt heimisch werden.

   
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