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Die Entwicklung in Technologie und Produktion

Die Produktionstechnik entwickelt sich entsprechend mit der Einführung neuer Verfahren, neuer Maschinen und der Kreierung neuer Produkte weiter, die Technologie lässt jedoch der manuellen Geschicklichkeit immer noch genügend Raum. Was im Übrigen vor allem für die Dekorgestaltung gilt. Am Anfang haben wir die Tabaksdosen aus Holz gesehen. Danach und solange die handwerkliche Phase andauert, besteht die Technologie darin, einzelne Papierschichten um eine hölzerne Form zu wickeln, wobei sie miteinander verklebt werden, um der Tabaksdose die gewünschte Fülle zu geben. Deckel, Boden und Seitenwände werden getrennt bearbeitet. Man steckt einen Faden durch zwei Löcher, die man zum Abschluss der Arbeit angebracht hat. Eine erste Verbesserung bedeutet das Anbringen von Metallscharnieren. Später gebraucht man Formen aus Eisen, die auf einer Werkbank befestigt sind.

Das Produkt wird ansehnlicher, seine Fertigung beschleunigt. Das Härten der Tabaksdose vollzieht sich in einem Bad von Leinöl mit anschließender Trocknung und mittlerer Erhitzung in einem Ofen. Rauh- und Unebenheiten werden danach mit einer Feile oder durch Polieren mit einem Schleifstein beseitigt. Es folgen die Lackierung und Firnissierung vor einer letzten Trocknung im Ofen. Schließlich wird die Deckeldekoration von Hand aufgetragen. Die Technologie wird regelmäßig verfeinert, so dass man bei der Lackierung nach und nach Figuren von Perlmutt oder Metall anbringt, die von einer weiteren Lackschicht überzogen werden, es folgt ein weiteres Abschleifen. Ein stärkeres Papier erlaubt es schon bald, die hydraulische Presse einzusetzen.

Die Entwicklung der Dampfmaschine bedeutet den Beginn einer technologischen Innovation, hier im industriellen Format. Sie lässt die Verwendung des Kartons zu, denn dieses Material kann einem höheren Druck ausgesetzt werden. So eröffnen sich mit der Ausweitung der Angebotspalette neue Horizonte. Ab 1850 wird die Tabaksdose traditionellen Typs durch Servierplatten und Untersätze ergänzt. 1852 ermöglicht die Eröffnung der Eisenbahnstrecke die Verwendung von siamesischem Büffelhorn und von Schildplatt. Sehr überzeugend sind die Ergebnisse jedoch nicht.

Die komplette Automatisierung der Knopfproduktion erfolgt 1896 durch eine im Werk entwickelte Maschine. 1913 sind in Forbach 138 automatische Aggregate in Betrieb, die auch vor allem für die britische Textilindustrie bestimmte Spindeln fertigen. Eine weiterentwickelte Technik ermöglicht die Produktion von Gefäßen aus Holzfaser. Karton stellt somit nicht mehr den Grundstoff dar, er wird durch eine direkt in eine imprägnierte Form eingelassene Zellulosemasse ersetzt, wodurch man die Klebebindung umgeht.

Der Innovation, Forschung und Entwicklung einer größeren technologischen Bandbreite verdankt man eine in der Welt einzigartige Produktvariierung. 10 000 verschiedene Artikel weisen die bebilderten, ab 1889 erscheinenden Kataloge aus. Alles, für jeden Geschmack und jede Börse, Artikel mit gelegentlich ungeahnter Ausgestaltung. Neben Artikeln nüchterner Art gibt es Artikel mit sehr raffinierter Formgebung; handgezeichnete Elemente, fotografische Drucke, lithografische Farbendrucke, Mehrfarbendrucke, fernöstlichen Stil imitierende Malerei, stilisierte Pflanzen, Tiermotive, Verzierungen aus vergoldeter und versilberter Bronze, Legierungen, Perlmuttbesatz und solche aus Elfenbein, Schildplatt, Büffelhorn und Zinn.

Bei der Durchsicht aller Artikel sind allein 1100 Modelle von Tabaksdosen aus Pappmaché, Horn oder Schildplatt zu finden. Für Raucher gibt es 370 verschiedene Gegenstände, Schüler können unter 180 verschiedenen Federmäppchen wählen. Für die Hausfrau sind es 300 Sorten von Tellern und Untertassen, 290 Toilettenartikel, 650 Stücke für die Tafel, 540 Haushaltswaren, insbesondere Gefäße - Eimer, Kübel und Wannen. Zur Wohnungsgestaltung bieten sich 270 Gegenstände wie Rundtischchen und Kommoden, für den Geschäftsbereich 330 Büroartikel, für den Optiker 80 verschiedene Etuis usw.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschließen die Adts eine Produkterweiterung im Bereich der Elektroartikel. Ab 1902 produziert man Isolierrohre, bald komplette Installationen und sogar Lampen. Eine neue Technik erlaubt die Ersetzung des isolierenden Porzellans durch ein "Adit" genanntes Produkt, das noch weiter perfektioniert wird und sich danach "Austalit" nennt, außergewöhnlich widerstandsfähig und vollkommen feuerbeständig ist.

Durch die Nähe der Stahlindustrie begünstigt, stellt Adt ab 1909 Eisenrohre verschiedener Typen her, die in der Automobil-, Flugzeug-, Fahrradindustrie wie auch bei der Erzeugung von Kinderwagen, Herden, Betten usw. verwendet werden. Ab 1892 sind es vier Tätigkeitsbereiche: die allgemeine Produktion, die technische Sektion, die Knopfherstellung - als die rentabelste sowie die Papier- und Pappfabrikation in Marienau, die ab 1886 den im Forbacher Werk gebrauchten carton mâché herstellte.

   
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